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Pfingstturnier Wiesbaden 2012 – Luciana Diniz himmelhochjauchzender Sieg

| Messe, Veranstaltungen & Turniere | 1. Dezember 2016   (Veröffentlicht: 2. Juni 2012)

 
Wiesbadener Pfingstturnier 2012

Montag, 28. Mai 2012 – Großer Preis und damit Riders Tour Wertung im Springen, Grand Prix Special in der Dressur, Finale der Youngster Tour – der letzte Turniertag in Wiesbaden geizte wahrlich nicht mit großen Ereignissen.

Pius Schwizer

Pius Schwizer – © Regina Siemianowski

Das schöne Wetter hatte – sehr zur Freude von Reitern wie Zuschauern – das ganze Turnierwochenende gehalten. Ein paar morgendliche Wölkchen waren ab und zu zwar am Himmel zu sehen – mehr aber auch schon nicht.

Finale der Youngster Tour

So waren bereits am späten Vormittag die Ränge schon sehr gut besetzt, als die jungen sieben- und achtjährigen Pferde für ihr Finale in der Youngster Tour antraten.

Eine Talentbörse ist dies ohne Zweifel – und man könnte sich durchaus vorstellen, dass einige der jungen Rösser schon im nächsten Jahr im großen Sport zu sehen sein werden. Eines davon könnte

Julien Epillard

Julien Epillard – © Regina Siemianowski

sicherlich aus Deutschland kommen: Malou, ihres Zeichens achtjährige Schimmelstute von Maloubet de Pleville aus der schwedischen Zucht. Meredith Michaels-Beerbaum hat sich dieses Ausnahmetalents (das ganz nebenbei eine echte Schönheit ist) angenommen und wird Malou weiter fördern. Zu Platz 2 reichte es im Wiesbadener Youngster-Cup mit einer souveränen Doppelnullrunde. Sieger des Springens wurde der Franzose Julien Epillard mit seinem schicken, prächtigen achtjährigen Hengst Qarat de la Loge. Auch die Dritte könnte noch im großen Sport auf sich aufmerksam machen: Graciella unter Pius Schwizer.

Anu Harrila - Pflegerin von Malou

Anu Harrila, beste Pflegerin – © Regina Siemianowski

Malous Pflegerin Anu Harilla wurde übrigens als beste Pflegerin ausgezeichnet – zu Recht, das Pferd war an jenem Tag eine Augenweide.

Nicht nur die jungen Pferde, auch die jungen Reiter mussten sich bekanntlich in Wiesbaden beweisen. Unglaublich gut und konstant schafften dies die beiden Rothenberger-Schwestern Sanneke und Semmieke. Während Sanneke mittlerweile in diesem Jahr ihren 20. Geburtstag feiern wird und sich fest bei den Jungen Reitern etabliert hat, ist ihre 12-jährige Schwester Semmieke das Küken bei den Ponyreitern. Unglaublich cool gehen beide mit ihren Erfolgen um, maßgeblichen Einfluss darauf hat der ehemalige Spitzenreiter und Europameister Sven Günter Rothenberger, der in den 90er Jahren die Dressurwelt begeisterte. Wenn alles gut geht, steht beiden Mädchen eine Karriere im Dressurreiten bevor, doch momentan freuen sie sich erst einmal nach ihren Siegen in Wiesbaden auf die Europameisterschaften.

Grand Prix Special

Viele Zuschauer fanden sich auch erneut am Dressurviereck ein, als der Grand Prix Special am frühen Nachmittag über die Bühne ging. Doch litt die Dressur in Wiesbaden insgesamt unter einer sehr schwachen Besetzung. Man erinnerte sich wehmütig an den Besucheransturm, den hier schon Totilas und anderen WM- und Olympiastars vor der zauberhaften barocken Kulisse des Wiesbadener Schlosses ausgelöst hatten.
Wohlwollenden Applaus gab es dieses Jahr für die Siegerin Jessica Michel, die ohne Zweifel auf der 11-jährigen Stute Riwera de Hus überzeugte, aber nicht die ganz große Spitzenleistung brachte. Auf Platz vier fand sich eine diesmal zufriedenere Ingrid Klimke mit ihrem zehnjährigen Wallach Liostro ein, die dieses Mal von ihrem Pferd mehr überzeugt worden war als am Vortag.

Großer Preis von Wiesbanden

Markus Ehning

Markus Ehning – © Regina Siemianowski

Doch zu dem Zeitpunkt, als die Dressurreiter ihre Ehrenrunde ritten, fieberte das gesamte Areal wohl schon mehr dem Großen Preis von Wiesbaden und damit der dritten Etappe der Riders Tour nach Hagen und Hamburg entgegen. Trotz der Global Champions Tour am Samstag blieb er das Highlight des Turniers und das große, traditionelle Finale.

Ein Finale allerdings, in dem es ein Favoritensterben, vor allem aus deutscher Hinsicht, gab. Marcus Ehning war speziell für diesen Turniertag am Vorabend noch aus Rom (wo er erfolgreich den Nationenpreis ritt und mit dem Team gewann) eingeflogen – doch leider musste er mit seiner Stute Noltes Küchengirl zwei Abwürfe hinnehmen. Das hatte er sich sicherlich ebenso anders vorgestellt wie Meredith Michaels-Beerbaum mit ihrem 17-jährigen bewährten Checkmate. Unpassend kamen beide zur Dreifachen Kombination – eine Verweigerung, der noch zwei Abwürfe folgten, bis MMB aufgab, war das nicht befriedigende Resultat.

Katrin Eckermann – © Alexandra Koch

Besser erging es da Katrin Eckermann, die im Umlauf tatsächlich erneut das Kunststück schaffte und eine der wenigen Nullrunden zustande brachte. Derer waren es so wenige, dass unter anderen auch noch Holger Wulschner mit Cefalo sowie Hans-Dieter Dreher mit Embassy II (der Sieger vom Vortag) mit einem Abwurf das Finale der besten 11 erreichten.

Holger Wulschner freute sich dann im Finale auch über eine langsame Nullrunde, die ihm Platz 5 einbrachte. Katrin Eckermann riskierte mit ihrer unglaublich wendigen Stute Chicka´s Way, die schon Weltmeisterin Janne-Friederike Meyer zu Siegen getragen hatte, alles – ein bisschen zu viel, denn ein Abwurf war die Quittung. Das gleiche Resultat musste auch Hansi Dreher hinnehmen, sodass die Deutschen sich auf den Plätzen 5 – 7 einreihten.

Luciana Diniz

Luciana Diniz – © Stefan Sauter

Strahlende Siegerin war eine andere Dame. Luiciana Diniz, gebürtige Brasilianerin, die jedoch auch über die portugiesische Staatsbürgerschaft verfügt und für das europäische Land an den Start geht, war einst mit dem deutschen Springreiter Andres Knippling verheiratet und hat mit ihm zwei Söhne. Sie lebt nach wie vor in Deutschland – weshalb der sympathischen Dame, die mit ihrem 11-jährigen Oldenburger Wallach Lennox von Lifestyle nur so durch den Parcours raste, wohl jeder den Sieg gönnte. Spätestens als sie die Hände küssend zum Himmel hob und ihre Freude auf sympathische Art und Weise herausschrie, freute sich ganz Wiesbaden mit.

Ich wollte hier einfach mal gewinnen“, sagte Luciana nach dem Erfolg. „Ich habe so lange darauf gewartet. Jetzt bin ich unglaublich glücklich und sage einfach nur Danke!

Luciana Diniz

Luciana Diniz – © Alexandra Koch

Zweiter wurde der Italiener Emanuele Gaudiano, der mit seinem Cocoshynsky bereits in der Global Champions Tour mit vorne dabei war. „Ich war überrascht, dass er heute so gar nicht müde war“, erzählte der Reiter, der sich vor der US-Amerikanerin Lauren Hough mit der zehnjährigen Stute Blue Angel einreihte, die ebenfalls schon in der GCT Geld hatte mit nach Hause nehmen können.

Ein sympathisches, ausländisches Siegertrio, für das sich die Turnier-Gäste jedoch fast ebenso freuten, wie es für einen deutschen Reiter der Fall gewesen wäre – spätestens bei der ansteckenden Begeisterung der Luciana Diniz auf der Ehrenrunde, mit welcher das Turnier ausklang.

Ein Turnier, das Wegweiser war zu den Olympischen Spielen möglicherweise für eine Meredith Michaels-Beerbaum mit ihrer jungen Bella Donna und für viele weitere ausländische Teilnehmer, unter anderem auch die Japaner, die hier ganz konkret bereits am Freitag ihren zweiten Olympia-Startplatz vergeben hatten. Ein Turnier, das mit Tabasco möglicherweise einen neuen Star der deutschen Vielseitigkeit herausbrachte, der sich mit Ingrid Klimke weiter etablieren kann. Ein Turnier mit einer unglaublich sympathischen Siegerin des Großen Preises Luciana Diniz. Ein Turnier, welches mit Uta Gräf und dem Hengst Le Noir in der Flutlicht-Kür zeigte, wie fein Dressurreiten aussehen kann. Ein Turnier, bei dem man die Gelegenheit hatte, all die Klasse der Weltmeisterin im Voltigieren, Joanne Eccles, hautnah zu erleben und sich von der jungen Dame verzaubern zu lassen. Und ein Turnier, das wieder einmal Vorfreude geweckt hat, auf das nächste Jahr, wenn sich so viele Pferde und Teilnehmer wieder im Schlosspark zu Wiesbaden-Biebrich treffen werden.

Alexandra Fricker

Alexandra Fricker – © Stefan Sauter

Pfingstturnier Wiesbaden

Pfingstturnier Wiesbaden – © Alexandra Koch

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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