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Peter Thomsen – der Routinier im Team

| Portraits und Interviews unserer Reiter | 24. Juli 2012   (Veröffentlicht: 23. Juli 2012)

 
Reiten Olympia 2012 in London

Mit 51 Jahren ist Peter Thomsen der älteste Teilnehmer für Deutschland bei diesen Olympischen Spielen. Viele Beobachter hatten in diesem Jahr nicht mit seiner Teilnahme gerechnet. Doch mit konstanten Leistungen – vor allem auf hügeligen Kursen – hat er seine Skeptiker Lügen gestraft. Peter Thomsen fährt mit dem deutschen Team nach London – zu seinen zweiten Olympischen Spielen, denn bereits in Hongkong 2008 war Thomsen dabei, als Deutschland Olympisches Gold holte.

Damals war sein Partner der wunderbare und leider mit 14 Jahren jung verstorbene Neuseeländer The Ghost of Hamish. Nach ihm wurde es erst einmal ruhig um Peter Thomsen, um nun mit Horseware´s Barny und Horseware´s Cayenne neu aufzutrumpfen. Mit Barny steht er nun im Olympiateam.

Peter Thomsen

Peter Thomsen – © Andreas Geckert

 

Viele Beobachter hatten eher mit der Nominierung von Frank Ostholt und Little Paint gerechnet, denn mit Thomsen. Vermutlich auch die Beteiligten selbst… Doch die Bundestrainer Hans Melzer und Chris Bartle entschieden zurecht, dass der Kurs in London sehr hügelig ist – und ein Pferd benötigt, das sich genau in diesem Gelände perfekt zeigt. Die große Galoppade von Little Paint sei nicht optimal, die von Barny dagegen schon.

Barny wird vom Bundestrainer als sicherer Ankommer im Gelände bezeichnet, fast so wie Hinrich Romeikes Olympiasieger Marius. Lediglich die nicht ganz brillante Dressur würde ihn von den ganz großen Einzelmedaillen abhalten – doch fürs Team wäre er die perfekte Unterstützung. Und auch die Dressur hat sich dank intensiven Trainings in den letzten Wochen verbessert.

Geboren wurde Barny 2002. Er ist ein Holsteiner Wallach mit hohem Vollblutanteil, der in jungen Jahren als Springpferd ausgebildet wurde. Doch schnell entdeckte ihn Peter Thomsen – und es zeigte sich, dass er über große Buschqualitäten verfügt. Im vergangenen Jahr erlebte  der neunjährige Barny sein erstes Championat, die Europameisterschaft in Luhmühlen. Erstaunlich abgeklärt ging er dort und meisterte die Aufgabe mit dem 15. Platz brillant. Für das Team kamen Thomsen und Barny noch nicht in Frage. Doch nun läutet ihre große Stunde.

Peter Thomsen

Peter Thomsen – © Andreas Geckert

Peter Thomsen wurde nicht nur durch seinen Olympiasieg mit The Ghost of Hamish bekannt. Schon mehr als ein Jahrzehnt früher fegte er mit White Girl über die Parcours, einer bildschönen Schimmelstute. Mit ihr erlangte er große Bekanntheit und große Erfolge. Mit ihr hatte er 1993 in Achselschwang seine große Stunde, als die beiden Fünfte in der Einzelwertung wurden – und damit beste Deutsche waren. Insgesamt nahm Thomsen an drei Welt- und Europameisterschaften teil.

Dies hätte sich der Sohn eines Landwirts wohl kaum träumen lassen, der sich schon früh für Pferde begeisterte. Mit der Shetlandstute Susi hatte er erstmals ein Pferd unter dem Sattel, allerdings einen echten Sturkopf, der wie Thomsen heute sagt nicht mehr übertroffen wurde.

Es folgten Klein- und Großpferde, 1987 ging Thomsen seine erste Deutsche Meisterschaft. Viel ist seitdem passiert – im Sport und auch privat. Peter Thomsen ist heute der Vater zweier Töchter und lebt mit der Vielseitigkeitsreiterin Dr. Kirsten Thomsen zusammen. Die Studentin der Tiermedizin ist selbst im Vielseitigkeitssport bis zur schwersten Klasse erfolgreich, wenn sie sich auch seit der Geburt von Kaya und Annie vermehrt ihren Mädchen widmet. Die Familie geht bei Thomsens über alles – doch nun steht aktuell der Sport im Vordergrund. Mit Barny, doch der ist ja auch ein Familienmitglied.

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